Der insolvente Nähmaschinenhersteller Pfaff in Kaiserslautern hat einen neuen Investor und Eigentümer. Es ist der in Konken (Kreis Kusel) beheimatete Maschinenbauer Joachim Richter.
Er übernimmt am 16. April die Geschäfte.

Pfaff-Insolvenzverwalter Paul Wieschemann feierte die Fortführungslösung für Pfaff mit Hilfe des Mittelständlers aus dem Kreis Kusel als großen Erfolg.

Er sagte gestern, der Gläubigerausschuss habe einstimmig dem Hersteller automatisierter Markierungs- und Beschriftungsmaschinen den Zuschlag erteilt. Wieschemann erklärte, Richter werde die Firma Pfaff als Industriesysteme Maschinen AG fortführen. Ihm habe kein weiteres wirksames finanzielles Investorenangebot vorgelegen.
In der engeren Wahl war zuletzt noch der chinesische Nähmaschinenhersteller Typical. Wieschemann bezeichnete das Angebot des Konker Unternehmers als Glücksfall für Pfaff. Er erinnerte daran, dass es Anfang des Jahres für die Zukunft des Betriebs noch düster ausgesehen hatte. Der Gläubigerausschuss habe einhellig beschlossen, das Werk zu schließen. Eine kostendeckende Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter sei nicht mehr möglich gewesen.

Der neue Investor Joachim Richter zeigte sich optimistisch hinsichtlich der Zukunft der Firma. Pfaff werde erfolgreich am Markt agieren, erklärte er. Pfaff habe erhebliche Stärken, das Unternehmen baue weltweit die besten Nähmaschinen. Es besitze eine hohe Kundenakzeptanz. Über den Kaufpreis und das Investment Richters wurden keine Angaben gemacht. RHEINPFALZ-Informationen zufolge beläuft sich das Investment auf 22,4 Millionen Euro, inklusive 2,8 Millionen Euro für den Erwerb der Firma. Richter kündigte an, dass er in Zukunft um die 300 Mitarbeiter beschäftigen wolle. Nach Informationen unserer Zeitung will er zunächst mit 150 Mitarbeitern starten. Richter, der in seinem Unternehmen im Kreis Kusel rund 70 Mitarbeiter beschäftigt und einen Umsatz in der Größenordnung von acht Millionen Euro macht, will auf hochwertige Schweiß- und Nähmaschinen setzen und hat vor allem kaufstarke Märkte in Europa und den USA im Auge.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering freute sich darüber, dass es auch in Zeiten der Wirtschaftskrise möglich gewesen sei, ein tragfähiges Zukunftskonzept für Pfaff verwirklichen zu können. Hering sprach von einem positiven Signal für die Region, dankte den finanzierenden regionalen Sparkassen.

Pfaff hatte zuletzt 380 Mitarbeiter, die nahezu vollständig in eine Transfergesellschaft übergewechselt sind.